Kirchort Löschenrod
Auferstehungskirche
Die alte Wehrkirche wurde auf Grund der regen Bautätigkeit in Löschenrod in den 50-er und 60-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zu klein. Daher entschied man sich, eine neue Kirche zu bauen. Mit der Planung wurde 1966 begonnen. Die Grundsteinlegung fand am 28. Mai 1967 statt. Die neue Kirche erhielt den Namen "Auferstehungskirche" und wurde am Ostermontag, den 15. April 1968 durch den damaligen Weihbischof Dr. Eduard Schick konsekriert.
Geschichte Löschenrods
Bereits in der Bronzezeit (1900-800 v.Chr.) waren Menschen in der Gegend von Löschenrod ansässig. Davon zeugen Grabhügel aus dieser Zeit., die sich auf der Höhe zwischen Fuldatal und Fliedetal finden lassen.
Die Geschichte des Fuldaer Landes beginnt mit der Klostergründung Fuldas. Der Frankenherrscher Karlmann schenkte dem Kloster eine großes Gelände. Die Gemarkung des späteren Dorfes Löschenrod liegt auf diesem Gelände, gehörte also dem Kloster Fulda.
Die meisten Orte im Fuldaer Becken entstanden kurz nach der Klostergründung. Das Dorf Löschenrod ist dagegen sehr viel jünger: die erste urkundliche Erwähnung stammt aus den Jahr 1303.
Wie die umliegenden Orte Eichenzell und Welkers gehörte Löschenrod wohl seit seiner Gründung zur Pfarrei auf dem Florenberg. Für die Bewohner war der Weg zur Kirche lang und beschwerlich. Auch nach dem Bau einer Kapelle in Eichenzell (1340), die einem Kaplan des Florenberger Pfarrers zur Seelsorge übergeben wurde, und dem Bau der Alten Wehrkirche (1386) in Löschenrod blieb der Besuch der Hauptgottesdienste auf dem Florenberg bestehen. Nachdem Eichenzell 1785 zur Pfarrei erhoben und 1834 dort eine eigene Kirche gebaut worden war, konnten dort die Gottesdienste besucht werden, Löschenrod gehörte als Filiale zu Eichenzell. Hl. Messe wurde in Löschenrod nur unregelmäßig und zu bestimmten Festzeiten gefeiert.
Da die Alte Wehrkirche die Gläubigen nicht mehr fassen konnte, entschloss sich die Gemeinde in den 60er Jahren des 20. Jhds., eine neue Kirche zu bauen. Diese erhielt den Namen "Auferstehungskirche" und wurde am Ostermontag, 15. April 1968 vom damaligen Weihbischof Dr. Eduard Schick eingeweiht. Die Alte Wehrkirche wurde bis zur Erweiterung der Friedhofsfläche und dem Bau einer neuen Leichenhalle als letztere genutzt. Im Rahmen der 600-Jahr-Feier des Bestehens der Alten Wehrkirche (1986) wurde sie ihrer ursprünglichen Bestimmung als Marienkapelle übergeben.
Auf dem erweiterten Friedhof wird 1987 die Dreifaltigkeitsstatue des Bildhauers Wawera aufgestellt. Eine Sanierung und Innenrenovierung der neuen Kirche erfolgte in den Jahren 1987 und 1988. Ein Jahr später wird die Auferstehungsplastik des Steinbildhauers Wawera vor der Kirche aufgestellt.
Ab September 1991 kommt Pfarrer i.R. Bruno Kant nach Löschenrod und nimmt Wohnung im Haus von Pfarrer Sturm neben der Kirche. Statt seinen Ruhestand zu genießen, wird er Seelsorger von Löschenrod und unterstützt bis zu seinem 102. Geburtstag tatkräftig das Eichenzeller Pfarrteam.
Alte Wehrkirche
Die kleine Wehrkirche gehört zu den wenigen vollständig erhaltenen Kirchen dieser Art im Fuldaer Land. Ihr quadratischer Turm stammt aus romanischer Zeit. Dieser Turm wurde (aller Wahrscheinlichkeit nach) um 1386 zur Wehrkirche ausgebaut und im 15. Jhd. in die heutige Form gebracht. Eine Wehrkirche diente als Versammlungsort der Gläubigen, aber auch als Zufluchtsstätte bei räuberischen und kriegerischen Überfällen. Wegen seiner Lage an einer wichtigen Durchgangsstraße brauchte das Dorf Löschenrod einen besonderen Schutz. Die Kirche ist aus Bruchsteinen gebaut. Das rechteckige Schiff hat nur eine Fensterachse.
Im Osten schließt sich der quadratische Turm an. Die Grundfläche der kleinen Kirche beträgt nur 14,72 m Länge und 5,60 m Breite. Mehr als ein Drittel der Grundfläche nimmt der Turm ein. Statt Fenster besaß der Altarraum im Turm spitzbögige Lichtschlitze im frühgotischen Stil, die auch als Schießscharten verwendet werden konnten.
Der Raum wird mit einem spätgotischen Kreuzrippengewölbe überdeckt, dessen Rippen auf Konsolen stehen. Diese sind mit Maskenköpfen besetzt: In der NO-Ecke ein Männerkopf mit lang herabhängendem Bart, von den beiden Wangen geht je ein Eichen- oder Weinblatt aus. In der SO-Ecke ebenfalls ein bärtiger Männerkopf; in der NW-Ecke ein Frauenkopf, welcher in eine bis ans Kinn reichende Haube gehüllt ist; in der SW-Ecke ein Kinderkopf mit spitzer Nase. Der Schluss-Stein des Gewölbes ist als Christuskopf ausgestaltet.
Durch rege Bautätigkeit wuchs Löschenrod. Die Wehrkirche wurde zu klein, die neue "Auferstehungskirche" wurde gebaut und 1968 eingeweiht. Die Wehrkirche wurde bis zum Bau einer neuen Leichenhalle als solche und als Toten-Ehrenmal genutzt. Am 15. Aug. 1986 wurde sie aber im Rahmen der 600-Jahrfeier völlig renoviert wieder ihrer ursprünglichen Bestimmung als Marienkapelle übergeben.
Patronatslied
Alte Wehrkirche
1 Löschenrod, in deinem Herzen
steht ein altes Gotteshaus:
Glocken künden Freud` und Schmerzen,
rufen uns tagein tagaus.
2 An den Mauern hallen wider
Menschenstimmen allezeit:
Dank und Bitte, unsre Lieder
dringen in die Ewigkeit.
3 O Maria, reichen Segen
zu empfangen, treten wir
vor dein Bild, auf allen Wegen
geh mit uns, die Herzen führ`.
4 Allen Toten, die im Schatten
der Kapelle ruhen aus,
schenk´ die Kraft nicht zu ermatten –
leit´ sie heim ins Vaterhaus.
5 Gottesmutter voll Erbarmen,
wenn Gefahr das Dorf bedroht,
bitt das Kind in deinen Armen,
schirme uns und Löschenrod.
Text
Pfr. Guido Pasenow 2021
(35 Jahre Wiedereinweihung der Marienkapelle)
Melodie
„Dieser Tag ist Christus eigen“
(Gotteslob 103)
Löschenröder Madonna,
Alte Wehrkirche
Patronatsfigur
Vor dem Eingang der Auferstehungskirche empfängt die Menschen eine Sandsteinfigur des Auferstandenen des Künstlers Bertram Wawera.