Heilig Kreuz, Welkers

Gottes Zelt im Fuldatal.

Die Kirche "Heilig Kreuz" ist ein Zeltbau mit frei stehendem nach oben spitz auslaufendem Glockenturm. Gebaut von 1968 - 1970. Die Kirche steht in den Brückenwiesen zwischen den zwei Ortschwerpunkten von Welkers. (Ursprünglich sollte dort ein Dorfzentrum entstehen, wovon die Kirche als erstes gebaut, dann aber als einziges der Vorhaben verwirklicht wurde).

Flügelaltar

Kreuzbbild

Das Unerwartetste und Kostbarste dieser Kirche ist der Flügelaltar. Der mittlere ursprüngliche Teil, ein spätmittelalterliches Holzrelief (um 1410), stellt im Zentrum die Kreuzigung Christi dar. Er stammt noch aus der Ratgar-Basilika, der Vorgängerkirche des Doms zu Fulda. In der Mitte Jesus, der Gekreuzigte, angenagelt, rechts und links daneben an kreuzähnlichen Balken festgebunden die beiden Verbrecher, die zusammen mit Jesus hingerichtet werden.

Unter der Kreuzigungsgruppe haben sich verschiedene Menschengruppen versammelt:

Römische Soldaten: Von links reitet einer auf Jesus zu, um ihm den auf einer Lanze aufgesteckten essiggetränkten Schwamm zum Trinken anzubieten. Von rechts kommt ein anderer zu Pferd, seine Lanze soll das Herz Jesu durchbohren. Rechts würfeln Soldaten um das Untergewand Jesu. Im Vordergrund sind die, die Jesus auf seinem Weg begleitet haben: u.a.: Maria, die Mutter Jesu; Maria von Magdala; der Lieblingsjünger Johannes und Simon von Cyrene. Jede dieser Figuren zeigt sein persönliches Verhältnis zu Christus angesichts des Geschehens: Trauer, Mitleid, Ehrfurcht, Hingabe, Spott, Verachtung, Eigennutz, Gleichgültigkeit, Ablehnung. Der Künstler überlässt es dem Betachter, mit welcher Begleitfigur er sich identifiziert, um das liebende Tun Christi mitzuerleben.

Begleitfiguren und Unterbau

Rechts und links neben dem Mittelteil befinden sich Holzplastiken (um 1500): Dargestellt sind Menschen, die Christus als das Wichtigste ihres Lebens bekannt haben:

links: Hl. Martin, Bischof und Hl. Antonius, Mönch u. Einsiedler in Ägypten.

rechts: Hl. Apostel Jakobus d. Ältere als Pilger und Hl. Sebastian, Märtyrer.

Im Unterbau befindet sich der Tabernakel, rechts und links daneben zwei Holzplastiken mit Szenen aus dem Alten Testament. Links die Opferung des Isaak; rechts: Der Priester Melchisedech bringt Brot und Wein auf dem Altar dar und segnet Abraham.

Altarflügel

Die beiden Seitenflügel wurden wahrscheinlich 1910 angefügt. sie sind von E. Böhler aus Würzburg gemalt. Die Vorderseite zeigt Szenen aus der Leidensgeschichte: Jesus betet im Garten Getsemani, Jesus wird gegeißelt, Jesus wird die Dornenkrone aufgedrückt, Jesus trägt das Kreuz.

Die geschlossenen Flügel zeigen Maria und den Verkündigungsengel sowie den Besuch Marias bei Elisabeth.

 

Spenden Förderverein

Um die Bauunterhaltung von Kirche und Glockenturm dauerhaft zu sichern, ist am 1. September 2016 ein Förderverein gegründet worden. Der Mitgliedsbeitrag beträgt mindestens 5 Euro im Monat, d. h. 60 Euro im Jahr. Auch Einzelspenden sind herzlich willkommen.

 

Spendenkonto

IBAN: DE26 5306 0180 0002 0996 40

BIC: GENODE51FUL

Patronatslied

 

1 Jesus Christus, aus der Höhe / schau herab, jeden Tag / ruf in deine Nähe. / Herr, dein Kreuz steht uns vor Augen. / Lebensbaum, dem wir traun, / nähre unsern Glauben.

 

2 Festgenagelt Gottes Treue / an dem Stamm. Opferlamm, / Heiland uns befreie / aus den Dornen unser Sünden. / Spende Licht, Zuversicht, / Frieden lass uns finden.

 

3 An der Kreuzung unsrer Straßen / ist dein Zelt aufgestellt, / niemals soll verlassen / Welkers, Herr, dein reicher Segen. / Steh uns bei, immer neu / auf verschlugnen Wegen.

 

Text

Pfr. Guido Pasenow 2015

Melodie

"Lasst uns Gott, dem Herrn, lobsingen"

Welkerser Dreikönigslied

 

Die heiligen drei Könige waren über Jahrhunderte Patrone einer örtlichen Kapelle und damit des Dorfes Welkers. Daran will das Lied anknüpfen.

 

1 Caspar, Gold dem Königssohne! / Trag's an unserer Stelle / hin zur Krippe, seinem Throne, / zu der Liebe Quelle. / Auf dem Weg zum Himmelsgast / mach bei uns in Welkers Rast! / Lenk die Blicke auf zum Himmel, / lass uns hört, wo der Stern lockt von fern! / Nimm uns mit auf deine Reise hin zum Herrn.

 

2 Melchior, wie Weihrauchdüfte / Gottes Haus durchdringen, / als Gebet erfülln die Lüfte, / wolln dem Kind wir singen. / Auf dem Weg ...

 

3 Balthasar, die bittre Myrrhe / bring dem Arzt der Herzen, / dass er heile geistge Dürre, / tiefe Seelenschmerzen. / Auf dem Weg ...

 

Text

Pfr. Guido Pasenow 2022

Melodie

„Seid nun fröhlich, jubilieret“

(Köln, Mitte des 15. Jahrhunderts)